dirty debüt

Dirty Debüt
*

An vier über das Jahr ver­teilt­en Abend­en stellt Dirty Debüt je vier emerging performance artists einen Rahmen zur Verfügung, in dem sie eine skizzenhafte, unfertige, eben schmutzige Arbeit zu einem ausgewählten Thema oder Begriff zeigen können. Nach den Aufführungen lädt eine Tafelrunde zu einer gemeinsamen Mahlzeit und zu Gesprächen ein, die jedes Mal auf anderen Feedback-Methoden beruhen. Eingeführt und moderiert werden sie von wechselnden Gästen mit entsprechender Expertise.



Dirty Debüt geht es nicht nur um die Sichtbarkeit von Performance Künstler*innen, die noch unter dem Radar der meisten Häuser und ihrer Besucher*innen fliegen. Ein weiteres Anliegen besteht darin, die heterogene Bandbreite der gesamten Performance-Landschaft zu würdigen: das sogenannte Performance-Theater, die Performances in der Tradition der Body Art sowie die Berührungen zwischen Performance und Tanz oder Bildender Kunst. Dirty Debüt möchte Versammlungsort für verschiedene Ansätze, Formate und Ausdrucksformen sein und sie alle auf derselben Bühne sehen.

Björn Pätz
*

Björn Pätz wurde in Frank­furt am Main geboren und wuchs am Bodensee auf. In Berlin assistierte er bei freien Projekten und arbeitete als Altenpfleger. Er absolvierte das Studium der Theaterwissen­schaft und Neueren deutschen Literatur an der Freien Universität Berlin. Ab 2003 war er für die Internationalen Filmfestspiele Berlin im Bereich Presse tätig u.a. für die Leitung der Presseabteilung des „Queer Film Awards“ der Berlinale. Seit 2004 koordiniert er die Presse- und Öffentlichkeits­arbeit für zahlreiche freie Projekte (aufBruch KUNST GEFÄNGNIS STADT) und Festivals (Tanznacht Berlin, Monologfestival, Theaterfest Diyalog). Ab 2006 folgen auch Produktionsleitungen für Künstler*innen wie TWO FISH, apparatus, Jeremy Wade, Martin Clausen und Kollegen, LUNATIKS, Angela Schubot und Jared Gradinger, Ariel Efraim Ashbel and friends, Santiago Blaum, Jochen Roller u.a. am HAU Hebbel am Ufer, Sophiensæle, im Gefängnis und diversen für Theater ungewöhnlichen Orten. Im April 2010 gemeinsame Gründung mit Björn Frers von björn & björn, einer Agentur für Presse, Produktion und Dramaturgie. Unter dem Label björn & björn vertreten und begleiten Björn Pätz, Björn Frers und Joseph Wegmann, darstellende Künstler*innen und ihre Arbeiten aus Tanz, Schauspiel, Musiktheater und Performance-Art.

Sandra Umathum
*

Sandra Umathum ist Professorin für Theaterwissen­schaft und Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Von 2010 bis 2012 hatte sie eine Gast­professur für Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. In den Jahren davor, 2008 bis 2010, war sie Koordinatorin im Internationalen Forschungskolleg „Verflecht­ungen von Theater­kulturen“ (FU Berlin) und von 2003 bis 2006 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Sonderforschungsbereich „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“ (FU Berlin). Sie ist Autorin von Kunst als Aufführungserfahrung, einem Buch über intersubjektive Erfahrungen in der Ausstellungs­kunst (2011) und Herausgeberin u.a. von Schlingensiefs Nazis Rein / Torsten Lemmer in Nazis Raus (2003), Carl Hegemann: Plädoyer für die unglückliche Liebe. Texte über Paradoxien des Theaters (2005), Disabled Theater (mit Benjamin Wihstutz; 2015) und Post­dramaturgien (mit Jan Deck; 2018). In ihrer Forschung beschäftigt sie sich vor allem mit der Theorie und Praxis der Performance und des Gegenwarts­theaters, mit den Relationen von Theater, Performance und Bildender Kunst seit den 1950er Jahren und mit zeitgenössischen Ansätzen und Perspektiven der Dramaturgie. Ihre Arbeit als Theater­wissen­schaftlerin ist wesentlich von der Zusammen­arbeit und dem intensiven Austausch mit Künstler*innen geprägt. So war sie an mehreren Projekten von Christoph Schlingensief beteiligt (1998 bis 2002), Assistentin von Tino Sehgal bei This situation im „Hamburger Bahnhof“ (2007), kuratorisch involviert in den szenischen Kongress „Praxis der Unterdrückung“ von Milo Rau (2012) oder Dramaturgin bei STAUB [Poeira Surda] von Lina Gómez (2016) und Obnimashki sowie Zweites Stück von Ana Aristarkhova (2016).

Joshua Wicke
*

Joshua Wicke hat Philosophie, Volks­wirt­schafts­lehre und Drama­turgie in Berlin und Potsdam studiert. Als freier Dramaturg begleitete er unter anderem Arbeiten an den Sophiensælen, Hebbel am Ufer und in der Vierten Welt. Zuletzt arbeitete er mit Anita Vulesica, Martin Laberenz und Max Linz. Im letzten Jahr kuratierte er die experimentelle Diskursreihe „Das ABC der Krise“ in der Galerie Sprechsaal (Gäste u.a.: Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Margarita Tsomou, Klaus Theweleit, Christoph Menke). Das HörspielFunkstille, das er mit Anna Zett für den Deutschlandfunk entwickelt und realisiert hat, war auf der Shortlist des Prix Marulic. Mit der Gruppe roda/born war er Stipendiat der Campustriennale der Ruhrtrienale. Zur Zeit arbeitet er als Dramaturgieassistent am Deutschen Theater Berlin.

Lea Langenfelder
*

Lea Langenfelder studierte Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte in Berlin und ist freischaffende Künstlerin und Autorin. Seit 2014 konzipiert sie Inszenierungen, Performances und Installationen, die unter anderem in Berlin, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg und Heidelberg gezeigt wurden. Seit 2010 ist sie im Mannheimer Kollektiv Theater Performance Kunst Rampig tätig. Darüber hinaus arbeitet sie seit 2011 wiederholt mit dem Hamburger Künstlerkollektiv HGich.T., ihrem Performanceduo WARTE11 und mit der Szenografin Sophie Lichtenberg zusammen und schreibt Texte für Ausstellungen und Theater.

Max Wallenhorst
*

Max Wallenhorst geboren 1993. Studium der Kulturwissenschaft und Angewandten Theaterwissenschaft. 2010 und 2012 ausgewählt zum Treffen junger Autoren. Edit Essay-Preis 2016. Arbeit an Auto-Essays und schwacher Performance. Veröffentlichungen z.B. für Edit – Papier für neue Texte, den Merkur und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Außerdem erweiterte organisatorische Tätigkeit für das CHANGE Netzwerk und die Online-Galerie warehouse, wo über den Sommer 2017 die Serie „Sexting, Season 2“ erschien, eine Anthologie zur Verschränkung von Körper, Text und Medium.

Diethild Meier
*

Diethild Meier ist Tänzerin, Filmemacherin und Fotografin und lebt in Berlin. Sie absolvierte die Fachhochschule Dortmund im Jahr 2008 als Diplomfotografin und arbeitete mehrere Jahre als Fotografin, Dokumentarfilmregisseurin, Drehbuchautorin und Cutterin in Barcelona. Von 2011 bis Juli 2015 studierte sie Tanz, Choreografie und Kontext am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin und wirkt seitdem in verschiedenen Produktionen der freien Tanz- und Performance-Szene in Berlin, Dresden, Braunschweig und Lissabon mit. Seit 2015 arbeitet sie als Tänzerin und kreative Interpretin mit Lina Gómez (Träumerei des Verschwindens, 2015, STAUB, 2016, Chao Vazado, 2017 und A PASSO DU MULO [MULE’S PACE], 2018) und wirkte in Stücken von Isabelle Schad, Anna Aristarkhova, Zufit Simon und Anna Till mit. Ihre eigene choreografische Arbeit und künstlerische Recherche entwickelte sie in Kollaboration mit Julek Kreutzer (Who’s That Girl, 2013, Nobody’s Dance, 2014) und mit Jasminka Stenz (Schrittstück#1, 2014). Seit Anfang 2017 arbeitet sie in Kollaboration mit Ana Trincao an dem Projekt Unbearable Eloquence (aufgeführt im Theatro Rua das Gaivotas, Lissabon im April 2017 und in den Uferstudios für Zeitgenössischen Tanz Berlin im Rahmen von SodaWorks! im Dezember 2017). Ihr aktuelles Projekt OPEN END realisiert sie mit Unterstützung der Einstiegsförderung 2018, der Tanzfabrik Berlin, dem Kulturhaus Stenkrossen (Schweden) und dem Inter Arts Center Lund (Schweden).
Neben ihrer Tätigkeit als Tanzschaffende dokumentiert sie seit 7 Jahren den zeitgenössischen Tanz in Berlin durch Fotografie- und Videoarbeiten.
diethildmeier.de

Emese Csornai
*

Emese Csornai studierte Architektur an der Technischen Universität Budapest und Bildende Kunst an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam (Bachelorabschluss 2009). Neben ihrem Forschungsschwerpunkt der Bildenden Kunst widmet sie sich dem Lichtdesign – zwei Bereiche, die sich in ihrer Arbeit gegenseitig befruchten. Außerdem hat sie Erfahrung im Bereich der Improvisationskomposition und kreierte u.a. die Stücke „On being ill“ (2013), „Doos“ (2014) und „Stranger“ (2017). In der Vergangenheit arbeitete sie u.a. eng mit Katie Duck and Magpie group, Julyen Hamilton, Gabor Csongradi und Alexandra Bachzetsis zusammen. Zur Zeit arbeitet sie in unterschiedlichen Kooperationen mit Künstler*innen wie Aline Landreau, Martin Nachbar Shannon Cooney, Bruno Pocheron, Georgi Sztojanov und Zwoisy Mears-Clarke. Als Lichttechnikerin und –designerin produziert sie ihre eigenen Arbeiten an der Grenze zwischen Performance und Bildender Kunst und gibt außerdem regelmäßig Workshops über die Inszenierung von Bewegung in Beziehung zu Licht und Sound.
emesecsornai.com

Anna Agliardi
*

Anna Agliardi ist italienische Fotografin, die in Berlin lebt. Ihr Interesse an der Fotografie begann, als ihr Vater sie mit 4 Jahren zum ersten Mal zum Treffen eines Fotograf*innen-Clubs mitnahm. Nach ihrer Schulzeit absolvierte sie das Studium an einer Kunstschule. Hier wuchs ihr Interesse an Kunst und sie begann mit Kameras und Grafiken zu experimentieren. In 2012 schloss sie erfolgreich das L.A.B.A. Fotografie-Programm der Akademie der Bildenden Kunst in Brescia ab, 2013 folgte ihr Master in Szenischer Fotografie an der Accademia Teatro alla Scala in Mailand, welcher final ihre drei großen Interessen vereint: Theater, Tanz und Fotografie. 2014 zog sie nach Berlin, wo sie seither mit unterschiedlichen Theatern, Magazinen und Zeitungen zusammenarbeitet.